Nature Journaling

Wie kleine Naturstudien helfen können, wieder mehr bei dir anzukommen

Ich möchte ehrlich sein:

Obwohl Naturverbundenheit ein zentrales Thema meiner künstlerischen Arbeit ist, gelingt es mir selbst längst nicht immer, das auch im Alltag so zu leben, wie ich es eigentlich gerne möchte.

Ich genieße Zeit in der Natur sehr. Gerade jetzt im Frühling spüre ich besonders, wie gut sie mir tut. Und trotzdem komme ich viel zu selten raus.

Vielleicht kennst du das auch:

Eigentlich wünschst du dir Ruhe. Du weißt genau, dass dir frische Luft, Bewegung und ein bisschen Abstand guttun würden. Aber dann gibt es noch so viel Alltägliches, das erledigt werden will — und all diese Dinge bekommen Vorrang. Viele von uns sind mit dem Gedanken groß geworden: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Und wenn der Tag lang war, reicht die Energie oft schlicht nicht mehr. Stattdessen landet man abends doch wieder am Smartphone oder vor dem Fernseher, obwohl man eigentlich etwas ganz anderes gebraucht hätte.

Weil ich das selbst so gut kenne, habe ich für mich eine kleine Entscheidung getroffen: Ich möchte mindestens einmal pro Woche bewusst in die Natur gehen und den Alltag für einen Moment hinter mir lassen.

Bei jedem dieser Ausflüge sammle ich ein kleines Fundstück — ein Blatt, eine Blüte, ein Grashalm, manchmal auch etwas ganz Unerwartetes — und bringe es anschließend mit Aquarellfarben zu Papier. So entsteht nach und nach mein ganz persönliches Nature Journal.

Für mich ist das viel mehr als nur eine kreative Übung. Es hilft mir beim Abschalten. Es entschleunigt. Und es schärft den Blick für all die kleinen Dinge, die man im Vorbeigehen so leicht übersieht.

Denn wenn man beginnt, sich mit einem Fundstück wirklich zu beschäftigen, entdeckt man plötzlich viel mehr. Man kann nachlesen, was man da eigentlich gefunden hat. Man lernt Pflanzen, Tiere oder Pilze besser kennen. Und manchmal öffnen sich dabei richtig faszinierende kleine Welten.

So bin ich zum Beispiel auf den Schopftintling aufmerksam geworden. Ein Pilz, der nicht nur spannend aussieht, sondern sich im Alter in eine schwarze, tintenartige Flüssigkeit verwandelt. Allein solche Entdeckungen zeigen mir immer wieder, wie viel es direkt vor unserer Haustür zu entdecken gibt.

Doch Nature Journaling hat für mich noch eine zweite Ebene.

Ich erlebe die Natur oft wie einen Spiegel — und manchmal auch wie eine Lehrmeisterin.

Vögel erinnern mich daran, dass es hilfreich sein kann, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Buschwindröschen erzählen mir davon, dass alles seine Zeit hat — auch das Aufblühen. Ameisen zeigen mir, wie viel Kraft selbst in kleinen Beiträgen steckt und was möglich wird, wenn viele gemeinsam wirken.

Natürlich kommen solche Gedanken nicht immer sofort. Manchmal zieht mich ein Fundstück einfach an, ohne dass ich genau sagen kann, warum. Erst beim Malen — oder manchmal sogar erst danach — wird mir klar, was mich daran eigentlich berührt hat. Genau das mag ich so sehr an diesem Prozess: Er ist offen. Nicht jedes Naturfundstück muss sofort eine Botschaft haben. Manchmal reicht es völlig, einfach nur genau hinzusehen.

Nature Journaling verbindet für mich zwei Dinge, die auf wohltuende Weise zusammenwirken: Zeit in der Natur und kreatives Dokumentieren.

Beides holt mich aus dem Kopf und zurück in den Moment.

Und das Schöne ist: Du brauchst dafür weder perfekte Bedingungen noch besonderes Können. Bei gutem Wetter kannst du direkt draußen zeichnen oder malen. Du kannst aber genauso gut etwas mit nach Hause nehmen und dich dort in Ruhe damit beschäftigen. Vielleicht ist es sogar eine Pflanze aus deinem Garten, die dich auf einmal magisch anzieht.

Auch beim Material musst du es dir nicht kompliziert machen.
Ein Skizzenbuch reicht völlig aus. Ich selbst arbeite am liebsten mit Aquarellfarben, aber du kannst genauso gut mit Bleistift, Buntstiften oder Markern beginnen.

Wichtig ist etwas anderes: Es geht nicht um Perfektion.

Es geht nicht darum, sofort eine perfekte botanische Illustration zu schaffen. Es geht darum, deine Perspektive zu verändern. Genauer hinzusehen. Für einen Moment aus dem Alltag auszusteigen und dir selbst eine kleine Pause zu schenken.

Ja, die ersten Zeichnungen oder Studien werden vielleicht noch unsicher wirken. Das ist völlig normal. Aber wenn du dranbleibst, wirst du ziemlich sicher merken, wie sich dein Blick verändert — und mit ihm auch dein Zeichnen.

Wenn du ein Skizzenbuch füllst und später die ersten Seiten mit den neueren vergleichst, wirst du Fortschritte sehen. Deine Linien werden sicherer. Proportionen gelingen besser. Und du lernst, Formen, Farben und Strukturen bewusster wahrzunehmen.

Mein Tipp: Starte nicht gleich mit etwas Komplexem wie einer Rose.

Nimm dir lieber zuerst eine einfache Form vor. Ein gefallenes Blatt zum Beispiel eignet sich wunderbar.

Wenn du nicht weißt, wie du anfangen sollst, dann schau einfach erst einmal genau hin:

Wie ist die Grundform?
Erinnert sie vielleicht an ein Herz oder ein Oval?
Wie sieht der Blattrand aus?
Welche Richtung haben die Blattadern?
Welche Farben entdeckst du wirklich — nicht nur auf den ersten Blick?

Du musst dabei nicht alles auf einmal lösen.

Eine Nature-Journaling-Seite darf ruhig aus mehreren kleinen Elementen bestehen: ein paar Farbfelder, um verschiedene Töne festzuhalten. Eine kleine Bleistiftskizze für die Grundform. Vielleicht eine Detailstudie vom Blattrand oder von der Oberfläche. So kannst du dich Schritt für Schritt annähern, ohne dich zu überfordern.

Und wenn dich das leere weiße Blatt hemmt, dann beginne ganz simpel.
Schreib zuerst Ort und Datum auf. Oder lege eine kleine Farbfläche an. Hauptsache, du kommst ins Tun.

Denn oft ist der Anfang der schwerste Teil. Alles andere darf sich entwickeln.

Vielleicht ist genau das das Schönste am Nature Journaling: Es muss nicht perfekt sein. Es muss nicht einmal „besonders“ sein. Es reicht, wenn es dich für einen Moment wieder ins Spüren bringt.

Raus aus dem Müssen. Rein ins Beobachten.

Und vielleicht entdeckst du dabei nicht nur mehr über die Natur — sondern auch ein Stück mehr über dich selbst.

Aquarellierte Nature-Journal-Seite mit Fundstücken aus dem Wald wie Baumrinde, kleinen Pilzen und Schneckenhaus

Nimm dir lieber zuerst eine einfache Form vor. Ein gefallenes Blatt zum Beispiel eignet sich wunderbar.

Wenn du nicht weißt, wie du anfangen sollst, dann schau einfach erst einmal genau hin:

Wie ist die Grundform?
Erinnert sie vielleicht an ein Herz oder ein Oval?
Wie sieht der Blattrand aus?
Welche Richtung haben die Blattadern?
Welche Farben entdeckst du wirklich — nicht nur auf den ersten Blick?

Du musst dabei nicht alles auf einmal lösen.

Eine Nature-Journaling-Seite darf ruhig aus mehreren kleinen Elementen bestehen: ein paar Farbfelder, um verschiedene Töne festzuhalten. Eine kleine Bleistiftskizze für die Grundform. Vielleicht eine Detailstudie vom Blattrand oder von der Oberfläche. So kannst du dich Schritt für Schritt annähern, ohne dich zu überfordern.

Und wenn dich das leere weiße Blatt hemmt, dann beginne ganz simpel.
Schreib zuerst Ort und Datum auf. Oder lege eine kleine Farbfläche an. Hauptsache, du kommst ins Tun.

Denn oft ist der Anfang der schwerste Teil. Alles andere darf sich entwickeln.

Vielleicht ist genau das das Schönste am Nature Journaling: Es muss nicht perfekt sein. Es muss nicht einmal „besonders“ sein. Es reicht, wenn es dich für einen Moment wieder ins Spüren bringt.

Raus aus dem Müssen. Rein ins Beobachten.

Und vielleicht entdeckst du dabei nicht nur mehr über die Natur — sondern auch ein Stück mehr über dich selbst.

Wenn du das gerne einmal mit meiner Begleitung ausprobieren möchtest, dann schau dir gerne meinen Workshop an. Dort darf es nicht um Perfektion gehen, sondern ums Ankommen, Entdecken und kreatives Festhalten.

Herzlichst,
deine Anika

Aquarellierte Nature-Journal-Seite mit Ehrenpreis, Farbproben und botanischen Skizzen in zarten Grün- und Blautönen
Nature-Journal-Seite mit Aquarellstudie einer Schnecke, Farnblättern und Farbproben

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